Über die Kunst des Zuhörens.

In einer Zeit der permanenten Ablenkung, Jugendliche schauen 6-10mal in der Minute auf ihr Handy, bei Erwachsenen sind es immerhin noch 88 Blicke auf das Display am Tag, wird dieser „äußere Lärm“ immer mehr zum Konzentrationsfresser. (B.Pörksen/Prof. für Medientheorie Tübingen)

Zuhören, also den „Anderen“ erst einmal so in seiner persönlichen Darstellung gelten zu lassen und sich als „Zuhörer“ zurückzunehmen, das „Unerwartete“ zulassen und nicht das „Gehörte“ nur durch seine egozentrische Weltsicht filtern, das ist ein Geschenk, das neue Welten öffnet.

Dies ist nicht immer einfach. Richtiges Zuhören wird nicht in der Schule unterrichtet. Man lernt es beim „Erwachsen“ werden und wenn man „Zuhören“ übt.

Ein guter „Lehrmeister“ ist das Hörspiel. Hier muss man sich zurücknehmen und auf die Welt der Akteure und ihrer, nur durch Worte und Geräusche erschaffenen Welt einlassen.

Im Dehnberger Hof Theater können Sie das üben. Wir haben das Hörspiel auf die Bühne gebracht. 5 Akteure schnauben, stöhnen, flüstern, schreien und erschaffen Mithilfe eines spannenden Krimis nach Agatha Christie etwas „Unerwartetes“, „Beglückendes“, etwas, was Ihnen eine neue Welt erschließt, wenn, ja wenn Sie zuhören wollen.

P.S. Dass „Zuhören“ auch heilen kann, war schon in der arabisch-islamischen Zivilisation um 1200 n.Chr. bekannt. Im „Birmaristan“, später „Maristan“, einem Krankenhaus, wurde zur Linderung der Schmerzen neben Musik auch die Kunst des Märchenerzählens angewandt.

Bleiben Sie neugierig, – die Welt ist Vielfalt und die Welt des Theaters ist nie langweilig.

stay tuned

Ihr Ralf Weiß

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